Wer nicht auf ewig zur Miete leben möchte, der wird sicher früher oder später darüber nachdenken, sich eine eigene Immobilie zu kaufen. Nicht erst, wenn ein interessantes Objekt gefunden ist, sondern bereits bei den ersten Überlegungen zu Kauf oder Bau einer Immobilie stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Diese sollte ausgewogen sein, das heißt, aus einem angemessenen Verhältnis von Eigenkapital und Kredit bestehen, wenn es nicht möglich ist, nur durch Eigenkapital den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Eine Finanzierung ganz ohne Eigenkapital ist nicht anzuraten, denn erstens wollen die Banken immer eine Sicherheit haben, was aber theoretisch noch durch die Eintragung einer Grundschuld ins Grundbuch für das zu erwerbende Grundstück oder zu bauende Haus umgangen werden kann.
Zweitens sind die Zinssätze aber bei vielen Banken höher, wenn kein Eigenkapital eingebracht werden kann. Wer ein Haus baut oder eine eigene Wohnung kauft, an der Renovierungsarbeiten durchgeführt werden müssen, der kann anstatt des Eigenkapitals die Höhe des Kredites auch drücken, indem er gewisse Eigenleistungen erbringt. Das ist zwar mit einem höheren Aufwand verbunden, aber durchaus eine Überlegung wert, wenn der Käufer oder Bauherr ein gewisses Maß an handwerklichem Geschick mitbringt und so zum Beispiel Malerarbeiten oder den nötigen Erdaushub bei einem Neubau selbst organisieren kann. Viele Banken sehen dann darüber hinweg, dass wenig oder gar kein Eigenkapital vorhanden ist und sehen die Eigenleistung quasi als Ersatz dafür.
Für die Immobilienfinanzierung steht weiterhin die Frage nach der Kreditwürdigkeit und den allgemeinen Voraussetzungen, die ein Kreditnehmer mitbringen muss. Er muss erstens mindestens achtzehn Jahre alt sein und über ein Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit verfügen. Für Selbstständige gilt zwar bei einer Immobilienfinanzierung auch das Kriterium der Volljährigkeit, allerdings sind die Kredite für Selbstständige und Freiberufler bei vielen Banken mit anderen Konditionen verbunden. Das Einkommen muss ausreichend sein um den eigenen Grundbedarf zu decken. Die Höhe des Grundbedarfs wird bei den meisten Banken für einen Erwachsenen mit vier- bis fünfhundert Euro pro Monat angegeben. Pro Kind werden noch einmal etwa zweihundert Euro berechnet.
Das heißt, dass bei einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern schon einmal 1300 Euro angerechnet werden, die mindestens vorhanden sein müssen um den Eigenbedarf zu decken. Das Geld, das darüber hinaus als monatliches festes Einkommen angerechnet werden kann, kann zur Tilgung des Kredites benutzt werden. Anhand der so errechneten Summe ist es möglich, die monatlichen Ratenbelastung zu ersehen, woraus sich wiederum die eventuelle Höchstsumme für einen Kredit ergibt. Wer sich für eine Immobilienfinanzierung interessiert, sollte unbedingt mehrere Banken und deren Angebote miteinander vergleichen und nicht unbedingt die Hausbank von Vornherein als Kreditgeber wählen. Interessant sind häufig die Onlineangebote verschiedener Banken, außerdem sollten die Förderkredite, zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Betracht gezogen werden.
Empfehlung: Gebäudeversicherung